Wer schießt, nur um zu treffen, geht den einfacheren Weg!

Zen-Bogenschießen ist nichts Neues. Wie es bei uns praktiziert wird knüpft es an, an die uralte in chinesischen und japanischen Klöstern geübte Praxis des Zen im Sitzen und Gehen (Zazen) und Zen im Tun (Bogenschießen) als selbstverständlich ausgeführte gemeinsame Praxis. Wie wir wissen sind auch in Indien seit Jahrtausenden die Kampfkünste in eine religiöse Praxis eingebunden.

 

Unser Profil

Das Zen-Bogenschießen in unserem Haus ist Ergebnis eigener Erfahrung des Lehrers KyuSei mit westlichen Bogen (Langbogen und Reiterbogen), seiner Begegnung mit dem Klassischen Indischen Bogenschießen sowie seiner Zen-Schulung.
Aus diesen Erfahrungen hat sich ein eigenes Profil entwickelt, wodurch wir uns von anderen Angeboten in Meditation und Bogenschießen unterscheiden.
Zen-Bogenschießen in unserer Tradition zeichnet sich aus durch die Inspiration aus dem Klassischen Indischen Bogenschießen (Rechts- und Linksübung, verschiedene Schusspositionen), durch die Einübung in Zen-Meditation (Zazen), je nach Angebot erweitert durch gezielte Yogaübungen, sowie durch die geistliche Begleitung durch den Lehrer, falls diese gewünscht wird.

 

Für wen eignet sich Zen-Bogenschießen?

Das Angebot Zen-Bogenschießen richtet sich an Personen, Frauen und Männer, die für ihr privates und berufliches Sein einen geistigen Übungsweg suchen, der helfen kann, die Herausforderungen und die Schönheit des Lebens neu zu entdecken und zu leben. Um Zen-Bogenschießen ausüben zu können braucht es keiner besonderen Qualifizierung, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, sehr wohl jedoch die Bereitschaft, Altes zu hinterfragen und Neues zu entdecken.

 

“Zielen ohne zu zielen”

Beim Zen-Bogenschießen wird eingeübt die Konzentration auf jeden Augenblick, konkret in der korrekten Übung des Sitzens, des achtsamen Gehens, im präzisen Umgang mit dem Bogen, und zwar als traditionelles intuitives Schießen, d.h. ohne technische Hilfsmittel. „Zielen ohne zu zielen“, trifft am besten den Kern der Übung.

 

Die Anzahl der Treffer spielt eher eine Nebenrolle. Das Schießen auf Tierbilder, das Zählen von Punkten, das Austragen von Meisterschaften überlassen wir gerne den Bogenschützenvereinen.

Aber auch beim Zen-Bogenschießen hat das Treffen einen hohen Stellenwert und die stetige Übung des präzisen Umgangs mit dem Bogen, dient auch diesem Ziel. Der Schwerpunkt jedoch liegt auf der geistigen Ebene. Das Sein ist wichtiger als das Haben, der Prozess entscheidender als das Ergebnis auf der Scheibe, Loslassen hat Priorität vor dem Ankommen.

 

Lernen, loszulassen

Beim Zen-Bogenschießen lernen wir, was es alles loszulassen gibt:

  • den Kiefer, die Kniegelenke,Verspannungen im Rücken,
  • Lebenseinstellungen,Glaubenssätze,Schuldzuweisungen,
  • Erwartungen,Erfahrungen,Versagensängste,
  • Lebensmuster,Gefühle,Vergangenes,
  • Trauer,Freude,Verstorbene.

 

Dunkle Kleidung heißt auch den inneren Dialog zum Schweigen zu bringen.

Voraussetzung für diesen Weg ist die Stille, d.h. nicht nur nicht sprechen, sondern ist der Versuch, ganz bei sich zu sein, möglichst unauffällig, dunkel in der Kleidung, heißt auch, den inneren Dialog möglichst zum Schweigen zu bringen.
Zum Zen-Bogenschießen gehören Einzelgespräche, Lehrvorträge, die die praktische Übung ergänzen.

Jede Teilnehmerin, jeder Teilnehmer darf wissen, bei allen seelischen Abläufen begleitet zu werden, wenn dies gewünscht wird.

Die Einbindung in Zeremonien, Rezitationen aus der zen-buddhistischen Tradition.

Die Tradition ist uns wichtig, denn sie ist wie ein Pfeil, der uns aus weiter Vergangenheit erreicht. Verbunden mit Schweigen bietet uns das alles einen guten Rahmen zur Schau nach Innen, und zur Erneuerung verschütteter Energien.

 

Ohne Ziel zum Ziel

Beim Zen-Bogenschießen gibt es keine Ziele, die zu erreichen sind. Die Vorstellung von Zielen hindert uns, offen zu sein, lässt uns an Konzepten hängen, macht unfrei. Frieden jedoch ist jenseits von Konzepten. Wenn wir lernen absichtslos zu sein, kann dies zu folgenden Ergebnissen führen:

  •  Erlernen einer Übungsmethode, die zu Hause weiter geübt werden kann.
  •  Möglichkeit weiterer Begleitung durch den Lehrer
  • Aggressionsfreier und respektvoller Umgang mit Mitübenden
  • Quelle tiefer Erfahrung, Kreativität und Erneuerung
  • Förderung der Gesundheit durch die Übung, überwiegend im Freien durch aufrechte Haltung beim Sitzen, Gehen und Schießen
  • Koordination von Atem und Bewegung löst Blockaden geistiger und körperlicher Art,schafft Entspannung
  • Der geschützte klösterliche Rahmen erleichtert das Loslassen
  • Der Bogen als Spiegel ermöglicht Selbsterfahrung und schafft Lebensfreude
  • Umwandlung unheilsamer Energien in heilsame Handlungen
  • Tiefer innerer Frieden durch Gelassenheit und Vertrauen.

 

„Ein Pfeil, der genau ins Schwarze trifft ist das Ergebnis von tausend Fehlschüssen.“

(Buddhistisches Sprichwort)

“Jeder Schuss – ein Schuss – wo sind da Fehlschüsse?“
KyuSei